Die Montagsfrage #112 – Wie geht ihr mit Rezensionsanfragen um, die uninteressant sind?

Die Montagsfrage ist ein Dialog, der allerlei Themen bezüglich diverser Aspekte des Literaturbetriebs umfasst. Die Frage wird wöchentlich gestellt von Antonia bei Lauter&Leise.

Diesmal geht es um Kommunikation mit Verlagen und Autoren, die auf den Blogger zukommen, um ein Rezensionsexemplar anzubieten. Ich teile mit euch meine Erfahrungen und Gedanken zum Thema Anfrage und Absage.


Die Montagsfrage lautet: Wie geht ihr mit Rezensionsanfragen um, die uninteressant sind? Sagt ihr immer die Wahrheit und gebt zu, dass ihr kein Interesse habt?


Als Blogger muss man erstmal die Kehrseite dieser Medaille betrachten.
Beliebte Neuerscheinungen der großen Verlage möchten meistens mehr Leser besprechen, als das Kontingent von Rezensionsexemplaren hergibt. So wird man bei vielen Verlagen gerade bei der ersten Anfrage bestenfalls auf ein E-Book vertröstet, und darüber hinaus freundlich darum gebeten, gerne bei weiterem Interesse nochmal anzufragen.

Eine Absage ist natürlich enttäuschend, gerade wenn man eine seriöse Anfrage mit guter Präsentation rechtzeitig vor dem Erscheinungsdatum gestellt hat. Doch für eine freundliche Antwort habe ich zumindest Verständnis – sie ist wesentlich besser als eine unfreundliche Absage oder gar keine Antwort zu erhalten (ja, auch das kommt leider vor). Ein Neuversuch lohnt sich dennoch: Gerade heute habe ich von einem Verlag, der mir auf eine frühere Anfrage abgesagt hatte, eine Zusage bekommen. Es gibt noch Hoffnung auf der Welt!


An denselben Anspruch halte ich auch mich selbst. Die Antwort soll schnell, freundlich, und präzise sein – so wie ich sie auch gerne erhalten würde.

Da ich nicht täglich zehn Anfragen bekomme, ist dies auch ohne Weiteres zu bewerkstelligen. Es ist mir nämlich wichtig, vor allem eine schnelle Antwort zu liefern, damit derjenige nicht so lange fiebern muss – egal, ob die Resonanz nun positiv oder negativ ausfällt. Allenfalls antworte ich am selben Tag bzw. im Rahmen von 24 Stunden.

Danach gibt es zwei Optionen: Mit oder ohne Leseprobe.
Da Autoren ihr Buch zunächst kurz (oder lang) vorstellen, erfährt man direkt etwas über die Thematik und Kernprobleme. Bereits da lässt sich sagen: tut mir leid, gehört nicht zu meinem Interessenspektrum / Lesepräferenzen / entspricht nicht meiner Blogthematik / was eben für euch relevant ist. Da halte ich mich meistens auch kurz, denn in meinem Media Kit steht auch ganz klar, was ich gerne lese und was mich gar nicht interessiert.

Hier auch für euch ein kleiner Tipp am Rande: wenn in eurer Blogbeschreibung nicht steht, welche Genres euch am liebsten gefallen, erstellt eine About-Seite und ein Media Kit, wo ihr auf Präferenzen hinweist. Bestenfalls lesen Interessenten das schon bevor ihr angeschrieben werdet, schlimmstenfalls hat man eine vorformulierte Begründung für die Absage parat.


Die zweite Option kommt mit Leseprobe, die bei den meisten renommierten Verlagen eigentlich immer beiliegt oder auf der Webseite des Buchs zu finden ist. In diesem Fall – aber erst, wenn mich die Thematik anspricht, andernfalls siehe Option eins – schaue ich mir die ersten zehn Seiten der Leseprobe an. Wenn sie mich nicht anspricht, weise ich darauf hin. Eine kurze Erläuterung (stilistisch, inhaltlich, thematisch etc. nicht ansprechend) halte ich für höflich, gehe jedoch nicht ins Detail.

Es geht in diesen Fällen auch nicht um Haarspalterei innerhalb der Absage, sondern darum, eine freundliche Antwort zu liefern, die eine kurze Begründung beinhaltet. Der Autor oder der Verlag können ihr Häkchen setzen und die Sache ist somit erledigt. Ich habe auch mehrmals ein Dankeschön für die freundliche und schnelle Reaktion erhalten.


Alternativ kann es auch sein, dass der Verlag euch interessiert, nur nicht das angebotene Buch. Ich habe auch schonmal eine Anfrage für einen Roman bekommen, den ich als für mich unpassend erkannte; dann allerdings im Verlagsprogramm einen anderen gesehen, der mir zusagte. Die Antwort habe ich dementsprechend formuliert, und so am Ende ein spannendes Rezensionsexemplar und einen neuen Verlag in der Liste meiner Kooperationspartner gewinnen können.

Fest steht: wenn es sich nicht um eine Presse-Mail handelt, die in eine Liste gesendet wurde, sondern jemand mich persönlich anschreibt, bemühe ich mich immer und ausnahmslos um eine Antwort und eine klare Formulierung dieser. Das Leben ist zu kurz, um schlechte / uninteressante / auf meine Interessen nicht zutreffende Bücher zu lesen. Doch hat eine freundliche Frage auch immer eine freundliche Antwort verdient, und wenn diese eine Absage beinhaltet.


Das waren meine Erfahrungen und Gedanken zum Thema. Nun bin ich natürlich gespannt auf eure Gedanken dazu.

Auf eure Resonanz in den Kommentaren freue ich mich sehr!


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  1. Meist ist es das Thema, das mich nicht interessiert. Zeitweise bin ich auch „überbucht“ und nehme Rezensionsangebote deshalb nicht an, weil ich keine Möglichkeit sehe, eine Besprechung innerhalb von 3 Monaten zu posten. In beiden Fällen antworte ich auf die Anfrage. Bei Angeboten mit finanziellem Anreiz – die ich für unseriös halte – schlage ich zumeist einen Betrag vor, der meinem Zeitaufwand zu Mindestlohnkosten deckt. Damit sind dann solche „Angebote“ auch erledigt. (Im übrigen blogge ich, ohne finanzielle Interessen zu verfolgen, nachzulesen auf der Seite „Impressum, Rechtliches, Datenschutz“). Bücher, die ich ohne Absprache erhalte und an denen ich kein Interesse habe, biete ich auf einer Tauschbörse an. Zudem weise ich bei Anfragen von Autorinnen und Autoren darauf hin, dass kein Anspruch auf die Veröffentlichung einer Besprechung besteht. Oft war es dann der Letzte Kontakt zu Autor/Autorin.

    Gefällt 1 Person

    • Danke für den Kommentar. In puncto finanzielle Interessen und unseriöse Angebote stimme ich Dir vollkommen zu. Ich versuche derzeit noch sosehr zu filtern, dass eine Besprechung innerhalb von zwei Monaten möglich ist – doch gibt es so viele gute Bücher in dieser spannenden literarischen Landschaft zu entdecken…

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