Baldwins unermüdliche Resilienz, sein eloquenter und souveräner Einsatz in gesellschaftlichen Diskursen und seine unapologetische literarische sowie menschliche Stimme machten ihn bereits zu Lebzeiten zur wahrhaftigen Revolution in Person.
Rezensionen
Ausführliche Analysen zeitgenössischer und klassischer Literatur.
Dystopie Plus. Zara Zerbe: „Phytopia Plus“
Die Menschheit träumt seit geraumer Zeit davon, Zara Zerbe macht es mit ihrem Roman nun möglich. Wie wäre es, wenn wir wirklich ewig leben könnten?
Der staatenlose Scheich. Yahya Ekhou: „Freie Menschen kann man nicht zähmen“
„Mein Herz wurde zu einem Massengrab.
All die Lebenspartner, Reisegefährten und Freunde aus den Kindertagen […] ruhen nun darin.“
Vom Tigris zur Themse. Elif Shafak: „Am Himmel die Flüsse“
Elif Shafaks neuester Roman nimmt Lesende mit auf eine Reise durch Jahrhunderte und Kontinente, zu vergessenen Sprachen und vergrabenen Städten. Shafak gleitet mühelos durch Zivilisationen und Kulturen – und bietet nicht weniger als eine revolutionäre Perspektive auf die Menschheitsgeschichte.
Von Käfern und Käfigen. Franz Kafka: „Der Process“
„Sieh Willem er gibt zu,
er kenne das Gesetz nicht
und behauptet gleichzeitig
schuldlos zu sein.“
Gespaltene Gedanken. Christina Morina: Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er-Jahren
Morina berichtet über wichtige Zäsuren und Ereignisse aus der Zeitgeschichte – und webt souveräne Zeitkritik in ihre Kapitel ein. Ein gelungenes Gegenwartsporträt ergänzt das vielfältige Vergangenheitspanorama.
Geschlossene Gesellschaft. Vigdis Hjorth: „Ein falsches Wort“
Vigdis Hjorth zeigt, wie ein materieller Gewinn zur emotionalen Zerstörung führen kann, wenn ein furchtbares, für Dekaden verschwiegenes Familiengeheimnis zur unumgehbaren Gegenwart wird.
Metronom der Seele. Caleb Azumah Nelson: „Den Sommer im Ohr“
Von Himmel bis Hölle, von Extase bis Erlösung reichen die tiefsten Kontraste seiner intensiven Erzählwelt: Azumah Nelson stellt die pulsierende Lebenskraft der Jazzmusik neben den gnadenlosen Metronom des Todes.
Am Ende des Regenbogens. Carina Maggar: „Unzählige schlaflose Nächte“
Ein Buch so bunt wie der Regenbogen, der die queere Community repräsentiert. So authentisch und divers wie die Auswahl der Geschichten auch sei, so tonal divergierend fällt auch ihre Rezeption aus.
Tränen im Vakuum. Sofi Oksanen: „Putins Krieg gegen die Frauen“
Oksanen durchleuchtet Dekaden des Kolonialismus, der durchgehenden Tyrannei und des systematischen Terrors in der Innen- und Außenpolitik – und stellt die Frauenfeindlichkeit als essenzielles Instrument der internen Zentralisierung der Macht in Russland dar.