Die Montagsfrage #105 – Social Media als Alternative zu klassischen Blogs?

Die Montagsfrage ist ein Dialog, der allerlei Themen bezüglich diverser Aspekte des Literaturbetriebs umfasst. Die Frage wird wöchentlich gestellt von Antonia bei Lauter&Leise.

Diese Woche geht es um Plattformen, die sich abseits des klassischen Bloggeruniversums befinden und doch damit verknüpft sind: Sind Social Media Kanäle wie YouTube oder Instagram eine Alternative zum klassischen Buchblog oder hat das klassische Bloggen Zukunft?


Meine Meinung zum Thema bezieht sich selbstredend vorrangig auf das eigene Existenzmodell, welches ich mir in den letzten Zwei Jahren aufgebaut habe, und dies ist eine Symbiose zwischen Instagram und Blog. Doch ist mir im weiteren Gedankenverlauf auch eigenes zu anderen Plattformen und ihren möglichen Koexistenzen eingefallen.

Mein Blog ist vorrangig ein klassischer Blog. Die Rezensionslänge beträgt mindestens 500 Wörter, die Argumentationsketten beziehen sich auf externe Quellen, die Ideen zu den gelesenen Romanen werden ausgeführt und zum Teil mit anderer Belletristik verglichen, wenn Kontexte entstehen. Ich möchte ausschweifend über das Gelesene sprechen, und bevorzuge das lange Format der Instagram’schen Dreisatz-Vierzeil-Sterne-Bewertung. Dies ist meine persönliche Präferenz.

Dafür ist das klassische Blogformat optimal und die Plattform schon an sich notwendig – denn alle anderen Social-Media-Kanäle begrenzen entweder die Anzahl der zu verwendbaren Zeichen, oder sind dafür aus formtechnischen Gründen schlichtweg nicht geeignet.



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Danke für Deine Aufmerksamkeit. Nun geht es weiter mit dem Beitrag zur Montagsfrage.



Allerdings ist mein Blog eine Kombination aus visuellen Elementen und Text: Ich suche für jeden Beitrag eigenhändig das passende Coverfoto aus und gestalte ihn dem Titel gemäß. Zudem mache ich sehr gerne Fotos von Büchern, da Fotografie ein weiteres Hobby von mir ist. In dieser Hinsicht lassen sich Instagram und Buchblog ideal kombinieren: Beide Elemente ergänzen einander, und so entsteht eine für den Intellekt und für den Sinn für Ästhetik genießbare Kombinativform.

Daraus folgernd lege ich mehr Wert auf schöne Fotos als längere Bildbeschreibungen auf Instagram, da das Medium des Blogs für den Konsum langer Inhalte meine bevorzugte Plattform ist.


Hervorzuheben sind genügend anspruchsvolle, spannende Formate, die inhaltlich auf Instagram zugeschnitten sind, in denen visuellen Elemente effizient als Textergänzung verwendet werden. Wer auf einen aktiven Dialog hinauszielt, erreicht über Instagram wesentlich schneller und besser sein Publikum, weil da eben mehr aktive Nutzerschaft unterwegs ist.

Diese Accounts sind jedoch oft nicht darauf ausgelegt, klassische Blogs zu sein und bleiben in der heutigen Fragestellung außer Betracht.


Wie verhält sich das Ganze nun in Bezug zu anderen Plattformen?

Facebook finde ich als Ergänzung mittlerweile geradezu nutzlos. Was Blogger betrifft, folgt man ihnen entweder auf WordPress, sieht neue Beiträge auf Instagram, oder stößt auf sie über Plattformen wie Goodreads, wo gemeinsamer Geschmack Lesefreunde ebenso schnell vereint. Der Facebook-Algorithmus ist ziemlich kaputt, was Vorschläge für Gruppen und angeblich interessante Themen betrifft. Ich benutze Facebook nur, weil das Teilen von meinen Beiträgen automatisiert erfolgt und ich kaum dazu beitragen muss.

Doch hier spiegelt sich lediglich die allgemeine Haltung zu Facebook – ich kenne persönlich kaum jemanden unter 40, der sich noch regelmäßig dort aufhält.


Neuere Plattformen wie TikTok sehe ich als zu oberflächlich an sich, als dass sich die Buchcommunity dahinbewegt. Mich persönlich nerven die immer öfter auftauchenden Videoformate auf Instagram nur – dafür sind Stories da.

Je jünger das Publikum, desto kürzer die Aufmerksamkeitsspanne. Irgendwann wird es eine große Krise diesbezüglich geben, da junge Erwachsene und Teenager keinerlei Konzentrationsvermögen mehr besitzen und ihre Dopamin- und Serotoninwerte durch fortlaufende Übersättigung von Stimuli vollständig verwirrt werden. Und dadurch werden, so meine optimistische Prognose, längere Inhalte wieder gefördert werden.


BookTube ist einfach kein Medium, was mich persönlich anspricht. Ich möchte, wenn, dann einen Text über einen Text lesen und kann auditiven Inhalten generell nicht so gut folgen (siehe eine längere Erklärung hierzu). Ich abonniere mehrere YouTuber zu Sach- und Unterhaltungsthemen, und es gibt zahlreiche gute BookTuber, die ihre Sache bewundernswert umsetzen, aber es ist einfach nicht das Buchmedium für mich.


Auch in diesem Fall habe ich eine weiterführende Frage, und zwar eure Meinung zu den zukünftigen Veränderungen in den Beziehungen zwischen klassischem Feuilleton und Buchblog. Wie hier zum Teil Symbiosen entstehen, wenn ein Blogger für Zeitschriften schreibt, und wie die Verbreitung der E-Bücher eher auf elektronische Inhalte weiterführt, ist ein interessanter Prozess, der – lieber zu spät als gar nicht – mittlerweile auf sichtbare Art und Weise stattfindet.

Artikel zu Bestsellern sind sicherlich auf der ersten Google-Seite unter den ersten Ergebnissen auffindbar und schubsen die Blogger-Community noch nach hinten – doch sind zahlreiche Buchblogs in puncto online-Präsenz sehr weit vorne. Und auch die „ganz großen“ Verlage arbeiten mittlerweile gerne mit Bloggern zusammen.

Dies ist eher die Entwicklung, die ich mit hohem Interesse verfolge, auch wenn es sich um eine ältere Perspektive handelt. Ich bin, was die Inhalte andere betrifft, durchaus an Progression und Modernisierung interessiert – sonst hätte ich die Frage auch nicht beantwortet –, doch für mich selbst nun eben voll und ganz klassischer Blogger.


Was ist eure Meinung zu den möglichen Änderungen des klassischen Blogformats? Auf welchen Plattformen wird sich die Buch-Community zukünftig verbreiten, und welche Oberflächen werden schon bald in Vergessenheit geraten?

Auf eure Resonanz freue ich mich in den Kommentaren.


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